Du bist in einer ähnlichen Situation und stellst dir die Frage: Wie gehe ich damit um? Was kann ich tun? Wie komme ich raus aus meinem Problem?
Dann lass uns darüber reden und im Gespräch Klarheit schaffen: Die Antworten auf deine Fragen sind bereits in dir vorhanden – sie sind dir nur (noch) nicht klar!
Die Strategie, mit der du die Lösung für dein Problem in dir finden und Ballast loslassen kannst, zeige ich an diesem Beispiel:
👉 Hol dir das Arbeitsblatt als Hilfe zum Reden und Loslassen
Schreibe im Gespräch die Antworten, die du in dir selbst findest, an die entsprechende Stelle – beginne auf Seite 1 oben mit #1.
➡️ Mach mit: Transformiere jetzt dein Problem in Freiheiten!
Das Beispiel dient für dich als Orientierung auf deinem Weg des Loslassens: Ersetze es durch das, was dich belastet.

#1: Dein Problem klar benennen – Was ist los?
Deine Antwort:
Ich kenne einige Leute aus dem Büro und aus meinem Sportkurs, aber privat unternehme ich mit ihnen nur selten etwas. Meistens schreibe ich zuerst oder schlage ein Treffen vor. Seit ich mich zweimal mit einer Bekannten auf einen Kaffee getroffen habe, warte ich darauf, dass auch von ihr mal eine Nachricht kommt.

#2: Deine Gedanken hierzu zulassen – Was denke ich?
Deine Antwort:
Warum meldet sie sich nicht von selbst, wenn sie mich doch nett findet? Vielleicht bin ich auf Dauer einfach keine interessante Freundin.
Wenn ich nicht immer den Kontakt halten würde, wäre wahrscheinlich überhaupt nichts mehr da.
Und was ist, wenn ich irgendwann niemanden mehr habe, mit dem ich wirklich reden kann? Vielleicht mache ich es mit meinem Nachfragen auch noch schlimmer.

#3: Deine Gefühle hierzu wahrnehmen – Was fühle ich?
Deine Antwort:
Ich fühle mich oft einsam und zurückgewiesen.
Ich bin frustriert, wenn ich mich um Kontakt bemühe und kaum etwas zurückkommt.
Manchmal bin ich neidisch auf Leute, die ganz selbstverständlich ihre Freunde treffen, und danach ärgere ich mich über mich selbst.
Ich bin angespannt, sobald eine Nachricht länger unbeantwortet bleibt, und habe Angst, dass ich wieder jemanden verliere, bevor überhaupt eine richtige Freundschaft entsteht.

#4: Dein Verhalten hierzu beobachten – Was tue ich?
Deine Antwort:
Ich schaue mehrmals am Tag nach, ob eine Nachricht eingegangen ist, und lese meine letzten Nachrichten noch einmal durch. Wenn jemand knapp antwortet, frage ich nach, ob alles okay ist, oder versuche, das Gespräch mit einem neuen Thema am Laufen zu halten. Bei Treffen erzähle ich manchmal mehr von mir, als ich eigentlich wollte, weil ich die Gelegenheit nutzen möchte, solange sie da ist. Gleichzeitig sage ich Einladungen gelegentlich ab, wenn ich mich vorher schon länger nicht gemeldet oder keine Antwort bekommen habe.
Wende das Arbeitsblatt und schreibe die weiteren Antworten auf die 2. Seite: beginne unten bei #5 mit deinem Wandel
#5: Bereit sein, eine Freiheit zu geben – Welche Freiheit gebe ich?
Deine Antwort:
- Ich bin bereit, meinen Bekannten die Freiheit zu geben, sich in ihrem eigenen Tempo zu melden.
- Ich bin bereit, mir selbst die Freiheit zu geben, nicht jede neue Bekanntschaft sofort zu einer engen Freundschaft machen zu müssen.

#6: Freiheit im Denken bekommen – Welche Freiheit im Denken erhalte ich?
Deine Antwort:
Ich bin frei zu denken, dass eine späte Antwort nicht automatisch bedeutet, dass jemand nichts mit mir zu tun haben möchte, und dass sich Freundschaften nicht bei jedem Menschen gleich schnell entwickeln.

#7: Freiheit im Fühlen bekommen – Welche Freiheit im Fühlen erhalte ich?
Deine Antwort:
Ich bin frei, mehr Gelassenheit beim Warten, Neugier auf neue Begegnungen und vorsichtige Zuversicht zu empfinden.

#8: Freiheit im Verhalten bekommen – Welche Freiheit im Verhalten erhalte ich?
Deine Antwort:
Ich bin frei, eine Einladung auszusprechen und danach abzuwarten, ohne gleich eine weitere Nachricht zu schicken oder mich für mein Interesse zu rechtfertigen.

Deine Antwort:
Mir wurde klar, dass meine Einsamkeit zu meiner bisherigen Lebensgeschichte gehört, aber nicht festlegt, wie alle meine zukünftigen Kontakte aussehen müssen. Wenn ich jede Bekanntschaft sofort daran messe, ob daraus eine enge Freundschaft wird, setze ich mich und die andere Person unter Druck. Ich kann nicht bestimmen, wie viel Nähe jemand möchte, aber ich kann herausfinden, mit wem sich der Kontakt für beide Seiten gut anfühlt. Das hilft mir, Enttäuschungen besser auszuhalten und meine Zeit auch für Menschen und Aktivitäten zu nutzen, die mir unabhängig von einer Freundschaft etwas geben.
Deine Antwort:
Ich bin frei, eine Einladung auszusprechen und danach abzuwarten, ohne gleich eine weitere Nachricht zu schicken oder mich für mein Interesse zu rechtfertigen – wenn ich mich nach echten Freundschaften sehne.
Deine Antwort:
- Ich suche mir heute einen Termin für eine Aktivität aus, die mir selbst Spaß macht, und gehe hin, ohne dass daraus gleich eine Freundschaft entstehen muss.
- Wenn ich jemanden treffen möchte, schicke ich eine klare Einladung und lasse danach etwas Zeit vergehen, statt mehrfach nachzufragen.
- Ich kann außerdem eine Bekannte fragen, ob sie nächste Woche wieder Lust auf einen Kaffee hat, und akzeptieren, wenn es bei ihr gerade nicht passt.
- In den nächsten vier Wochen probiere ich einen regelmäßigen Kurs oder eine Gruppenaktivität aus, bei der ich dieselben Menschen öfter sehe.
- Und wenn am Wochenende noch nichts geplant ist, überlege ich mir eine Sache, auf die ich mich auch allein freuen kann, statt den Tag nur damit zu verbringen, auf Nachrichten zu warten.

