Du bist in einer ähnlichen Situation und stellst dir die Frage: Wie gehe ich damit um? Was kann ich tun? Wie komme ich raus aus meinem Problem?
Dann lass uns darüber reden und im Gespräch Klarheit schaffen: Die Antworten auf deine Fragen sind bereits in dir vorhanden – sie sind dir nur (noch) nicht klar!
Die Strategie, mit der du die Lösung für dein Problem in dir finden und Ballast loslassen kannst, zeige ich an diesem Beispiel:
👉 Hol dir das Arbeitsblatt als Hilfe zum Reden und Loslassen
Schreibe im Gespräch die Antworten, die du in dir selbst findest, an die entsprechende Stelle – beginne auf Seite 1 oben mit #1.
➡️ Mach mit: Transformiere jetzt dein Problem in Freiheiten!
Das Beispiel dient für dich als Orientierung auf deinem Weg des Loslassens: Ersetze es durch das, was dich belastet.

#1: Dein Problem klar benennen – Was ist los?
Deine Antwort:
Mein Vater ist vor einiger Zeit gestorben. In den Wochen davor haben wir telefoniert und uns ab und zu gesehen, aber ich war auch mit meiner Arbeit und meinem eigenen Kram beschäftigt. Jetzt muss ich mit meiner Schwester seine Sachen sortieren und wir sprechen öfter darüber, wie es ihm zuletzt ging.

#2: Deine Gedanken hierzu zulassen – Was denke ich?
Deine Antwort:
Hätte ich öfter angerufen, wäre mir vielleicht mehr aufgefallen. Warum habe ich das Gespräch damals so schnell beendet?
Vielleicht hätte ich noch etwas fragen sollen. Ich gehe die letzten Wochen immer wieder durch und suche nach einem Moment, an dem ich hätte anders reagieren können.
Es muss doch irgendwas gegeben haben, das ich übersehen habe.

#3: Deine Gefühle hierzu wahrnehmen – Was fühle ich?
Deine Antwort:
Ich fühle mich schuldig und bin enttäuscht von mir selbst.
Manchmal bin ich wütend, weil ich keine klare Antwort darauf bekomme, ob ich überhaupt etwas hätte ändern können.
Dazu kommen Trauer, Hilflosigkeit und eine gewisse Erschöpfung, weil ich gedanklich immer wieder an denselben Stellen lande.

#4: Dein Verhalten hierzu beobachten – Was tue ich?
Deine Antwort:
Ich lese alte Nachrichten mehrmals durch und suche in meinem Handy nach den letzten Telefonaten. Wenn meine Schwester erzählt, wie sie die Zeit erlebt hat, frage ich nach Einzelheiten, die wir eigentlich schon besprochen haben. Bei der Arbeit schweife ich ab und brauche länger für einfache Aufgaben. Abends sitze ich manchmal noch lange am Küchentisch, obwohl ich längst ins Bett gehen wollte.
Wende das Arbeitsblatt und schreibe die weiteren Antworten auf die 2. Seite: beginne unten bei #5 mit deinem Wandel
#5: Bereit sein, eine Freiheit zu geben – Welche Freiheit gebe ich?
Deine Antwort:
Ich bin bereit, mir selbst und meinem Vater die Freiheit zu geben, dass nicht alles zwischen uns geklärt oder von mir richtig gemacht werden konnte.

#6: Freiheit im Denken bekommen – Welche Freiheit im Denken erhalte ich?
Deine Antwort:
Ich bin frei zu denken, dass ich damals nur das wissen konnte, was ich tatsächlich wusste, und dass ich nicht jede Entwicklung im Leben meines Vaters hätte erkennen oder verhindern können.

#7: Freiheit im Fühlen bekommen – Welche Freiheit im Fühlen erhalte ich?
Deine Antwort:
Ich bin frei, neben meiner Trauer auch Dankbarkeit für die Zeit mit meinem Vater und etwas mehr Ruhe in mir zuzulassen.

#8: Freiheit im Verhalten bekommen – Welche Freiheit im Verhalten erhalte ich?
Deine Antwort:
Ich bin frei, alte Nachrichten liegen zu lassen, wenn ich merke, dass ich sie nur erneut nach möglichen Fehlern durchsuche, und stattdessen eine Erinnerung an meinen Vater aufzuschreiben, die mir wichtig ist.

Deine Antwort:
Mir wurde klar, dass der Tod meines Vaters zu meiner Lebensgeschichte gehört und dass ich ihn nicht rückgängig machen kann, egal wie oft ich die letzten Wochen gedanklich wiederhole. Ich werde vielleicht nie genau wissen, ob ich etwas hätte anders machen können. Wenn ich aufhöre, mich für jede offene Frage verantwortlich zu machen, bleibt mehr Platz für die Erinnerungen an unseren gemeinsamen Alltag. So kann aus dieser schweren Erfahrung mit der Zeit auch die Erkenntnis entstehen, dass ich Menschen wichtig nehmen darf, ohne für alles verantwortlich zu sein, was ihnen passiert.
Deine Antwort:
Ich bin frei, alte Nachrichten liegen zu lassen, wenn ich merke, dass ich sie nur erneut nach möglichen Fehlern durchsuche, und stattdessen eine Erinnerung an meinen Vater aufzuschreiben, die mir wichtig ist – wenn ich nach dem Tod meines Vaters über verpasse Chancen grüble.
Deine Antwort:
- Ich nehme mir heute zehn Minuten und schreibe drei ganz normale Erinnerungen an meinen Vater auf, nicht nur die aus seiner letzten Zeit.
- Wenn ich wieder alte Nachrichten durchgehe, lege ich das Handy für eine Weile weg und mache erst einmal etwas anderes, zum Beispiel einen Spaziergang um den Block.
- Meiner Schwester kann ich sagen, dass mich manche Fragen noch beschäftigen, ohne dass wir jedes Detail erneut durchsprechen müssen.
- In den nächsten Wochen plane ich eine kleine Sache, die mir guttut, statt jeden freien Abend mit den Unterlagen oder Erinnerungen zu verbringen.
- Ich darf meinen Vater vermissen und trotzdem wieder lachen, etwas unternehmen und meinen eigenen Alltag leben.

